Dresden, Sonntag, 20. August 2017
Unsere Loge

Am Anfang

Unsere Loge wurde gegründet im Jahre 1896 als Tochterloge der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland mit Sitz in Berlin. Durch den Nationalsozialismus wurde auch unsere Loge im Jahre 1935 geschlossen und war bis nach der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes im Jahre 1994 ruhend. Auf Beschluss der Großloge wurden verschiedene Logen in den alten Ländern ausgewählt, um als Patenloge die Reaktivierung der ehemaligen Logen in den neunen Ländern zu betreiben. So wurde als unsere Patenloge die Johannisloge "Zum rothen Adler" zu Hamburg bestimmt. Im Nachhinein können wir heute feststellen, dass dies ein Glücksfall für uns war. Unsere Hamburger Brüder zogen durch Dresden und versuchten zu erkunden was irgendwie möglich war, was auf unsere ehemalige Loge hinweisen würde. Aus der Zeit von 1935 bis 1994 war sehr schnell erkennbar, dass keine Brüder unserer Johannisloge "Zum Goldenen Kreuz" aus der Zeit vor 1935 mehr unter den Lebenden sein konnten. Auch konnten leider keinerlei Familienangehörige gefunden werden. Also blieb nur ein Neuaufbau. Verschiedene Brüder aus den alten Ländern, die aus beruflichen Anlässen in Dresden und Umgebung sich aufhielten, wurden angesprochen zu helfen. So gelang es von 1990 bis 1994 insgesamt 4 Brüder zu finden, die den Neuaufbau - natürlich immer mit Unterstützung der Brüder aus Hamburg - wagten.

Die Wiedergeburt

Im Juni 1994 wurde dann wieder das Licht in unsere Johannisloge "Zum Goldenen Kreuz" zu Dresden eingebracht. In der anschließenden Zeit wuchs die Zahl der Brüder mit "freien Männern", die in Dresden und Umgebung lebten. Doch schon Ende 1994 ergab sich eine Situation, die den Logenaufbau zurückwarf. Erst 1996 wurde wieder ein Bruder gefunden, der bereit war, den Aufbau vor Ort wieder aufzunehmen. Er diente unserer Loge als Logenmeister von 1996 bis 2000. Seit Oktober 2000 ist unser jetziger Logenmeister im Amt und hat, obwohl nicht im Raum Dresden wohnend, den Aufbau in jedweder Form gefördert. Wir können heute bereits mit Stolz verkünden, dass wir in dieser Zeit 10 "freien Männern von gutem Ruf" das freimaurerische Licht sehen lassen konnten. Unser größtes Problem ist heutzutage das Nichtvorhandensein eines eigenen Logenhauses. Wir bezeichnen uns daher gern als "Wanderloge". Aber so wie uns, geht es auch den Brüdern unserer befreundeten Logen der alten freien und angenommenen Maurer in Dresden. Wir lassen aber die Hoffnung nicht schwinden, dass es uns in absehbarer Zeit gelingen möge, ein eigenes Logendomizil zu finden. Zurzeit sind wir 18 Brüder, die aus verschiedensten Berufen kommen, unterschiedliche politische und weltanschauliche Überzeugungen haben und teilweise auch verschiedenen Religionsgemeinschaften angehören. Gerade dies ist für uns, da wir keinerlei Dogmen kennen, eine wesentliche Voraussetzung die Vielfalt der Gemeinschaft in unseren Diskussionen auf Tole-ranz und Menschlichkeit zu prüfen. Von Anfang an ist unser jetziger Logenmeister bestrebt gewesen, auch die Frauen der Mitglieder so an die Loge heranzuführen, dass ihnen die Freimaurerei nicht fremdartig bleibt. So haben wir mindestens jeden zweiten Monat einen Gästeabend zu dem nicht nur die interes-sierten Herren, sondern auch unsere Frauen, die wir Schwestern nennen, aber auch die Frauen oder Lebensgefährtinnen der Herren Gäste eingeladen werden.

Traditionen und Feste

Um die Zusammengehörigkeit zu stärken, wird für die Brüder und Schwestern das jeweilige neue Jahr durch einen Neujahrsempfang eröffnet. Zu dieser Veranstaltung sind auch die inte-ressierten Herren mit ihren Ehefrauen oder Lebensgefährtinnen eingeladen. Dieser Empfang hat zwischenzeitlich allgemeine Anerkennung gefunden und wird von unseren Gästen sehr gern besucht. Aber auch für unsere Mitglieder und deren Familienangehörigen haben wir eine spezielle Veranstaltung ins Leben gerufen: "Die Logenfamilie im Advent". Eine Veranstal-tung, die zwischenzeitlich aus unserem Logenleben nicht mehr wegzudenken ist. Auch wenn wir eine "Wanderloge" sind, haben wir es uns nicht nehmen lassen jedes Jahr im Oktober ein Stiftungsfest zu feiern. Zum ersten Mal haben wir diese besondere Art der Feier unseres jährlichen Geburtstages im Jahre 2001 auf Schloss Eckberg gefeiert. Für die Frauen und Familienangehörigen der Brüder haben wir neben der freimaurerischen Arbeit jeweils ein Damenprogramm organisiert, welches im Jahre 2003 seitens der Schwestern mit dem Ausruf ausklang: "Nächstes Jahr wieder in Dresden". Um aber allen Beteiligten einen gemeinsamen würdigen Abschluss unserer Stiftungsfeste zu gute kommen zu lassen, wird für den Abend eine Lokalität Dresdens gesucht und bisher immer gefunden, deren Dresden bei seiner Viel-zahl alter und schöner Säle bekannt ist, um dort für Gäste und deren Angehörigen, für unsere Schwestern und Brüder mit und ohne Familienanhang, dass zu bieten, welches unsere Stärken sind: Menschlichkeit, Toleranz, brüderlicher Zusammenhalt von freimaurerischem Geist. Diese jährlichen Stiftungsfeste gehören mittlerweile zu den gesellschaftlichen Höhepunkten unserer Loge und ziehen meist bis zu einhundert Teilnehmer aus nah und fern an. Wenn wir sagen aus nah und fern, dann sind dies natürlich unsere Freunde und Gäste aus Dresden und Umgebung, aber auch Brüder und Schwestern von Hamburg bis München und von Köln bis Dresden. Und nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem Ausland, haben wir schon Besuche gehabt und werden weiterhin durch unsere Besuche in England, Schweden und Dänemark, aber auch im östlichen Ausland und anderswo zukünftig Besucher aus der Weltbruderkette begrüßen dürfen. Aber nicht nur die Höhepunkte gehören zu unserer freimaurerischen Arbeit. In unseren Tref-fen praktizieren wir Rede- und Meinungsfreiheit, freundschaftliches Verständnis, geistige Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Themenkreisen und das offene Wort mit Interes-sierten.

Was verstehen wir unter Freimaurerei ?

Freimaurerei ist eine gesellschaftliche Institution mit jahrhundertalter Tradition und wirkungsgeschichtlicher Bedeutung im kulturellen und sozialgeschichtlichen Kontext. Den-noch ist das Wissen über die Ziele und die geschichtlichen Hintergründe unseres Bundes als einer ethisch motivierten weltlichen Bruderschaft in der deutschen Öffentlichkeit nicht sehr verbreitet. Dies liegt im Wesentlichen darin begründet, dass die Freimaurer in Deutschland von jeher bis in die Zeit des Nationalsozialismus nicht an die Öffentlichkeit getreten sind. Die Denkweise über die "Verschwiegenheit" der inneren Angelegenheiten der Brüder Freimaurer als solches und insbesondere über das Ritual haben es verhindert, dass Freimaurer als solche in der Öffentlichkeit bekannt sind oder bekannt wurden. Dies ist in anderen Ländern der Welt vielfach anders, so z.B. in Frankreich, England und insbesondere in Amerika. Heute und insbesondere seit der Wende in unserem Vaterland treten wir als Freimaurer offe-ner und direkter an die Öffentlichkeit. Die berechtigten Forderungen nach unbedingter Ver-schwiegenheit und nicht zuletzt aufgrund des aufklärerischen emanzipatorischen Gehalts freimaurerischer Normen haben in der Vergangenheit zu diesem "Sich bedeckt halten" ge-führt. Eine derartige Diskretion ist aber heute in einer modernen, pluralistischen Gesellschaft nicht mehr gefragt, vielmehr muss auch diese selbstkritisch hinterfragt werden. Wir laden Sie ein, sich über uns, über unsere Aktivitäten, unsere Geschichte und insbesondere über die freimaurerische Denkweise und das freimaurerische Selbstverständnis ein offenes Meinungsbild zu verschaffen. Nehmen Sie an unseren Gästeabenden teil, um aus erster Hand Informationen zu erhalten und diese in persönlichen Gesprächen zu vertiefen. Unser Internettauftritt bietet Ihnen ein Gästebuch und die Möglichkeit einer persönlichen M@il. Wir sind dankbar für jede Anregung und Ihre offene Meinung. Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören oder zu lesen. Ihre Mitmenschen aus Dresden, die sich der Freimaurerei als Brüder verschrieben haben.

Was ist die Loge?

Grundlage freimaurerischen Wirkens ist die Loge. Sie ist Zentrum geistiger Arbeit, Stätte der Begegnung und Ort ernster Besinnung. Für den Erfolg ihrer Arbeit ist offenes, ehrliches und hilfsbereites Miteinander Voraussetzung. Zum Zeichen engster Verbundenheit und Vertraut-heit nennen sich die Freimaurer untereinander "Brüder". Das Einüben des Zusammenlebens und Zusammenwirkens aller Brüder in der Loge erfordert Aufeinanderzugehen in allen Lebenssituationen, Verständnis der Charaktereigenschaften des anderen und Hilfsbereitschaft in Not. Freimaurerische Toleranz bedeutet nicht desinteressier-tes Geltenlassen anderer Auffassungen, sondern die Bereitschaft, die Überzeugung des Part-ners - oder sogar Gegners - in ehrlicher Auseinandersetzung zu respektieren. All dem stehen oft egoistische Verhaltensweisen und andere menschliche Unzulänglichkeiten im Wege. De-ren Überwindung durch Gespräch, Anleitung und Vorbild ist fortdauernder Gegenstand frei-maurerischer Arbeit. Die Loge sollte den Stempel der Einfachheit tragen. Sie soll den Menschen zur Teilnahme an Geschehnissen der Welt fähig machen, ihn zu gemeinnützigen Handlungen erziehen und dazu beitragen, dass der Bruder sich zu einem besseren Menschen fortbildet, nicht durch wissen-schaftliche Gelehrsamkeit, sondern durch ein Streben, das sich als Kunst versteht. So kann man sich ein Bürgerrecht in der Kulturgemeinschaft der Menschen erwerben. Die Freimaure-rei in ihrer Gesamtheit aber wird nur so lange zu den bedeutsamen Kulturmächten gerechnet werden können, wie ihre Arbeit für die bürgerliche Gesellschaft einen Wert hat. Lessing sagt uns in "Ernst und Falk" was Loge, was Freimaurerei ist: "Freimaurerei ist nichts Willkürliches, nichts Entbehrliches, sondern etwas Notwendiges, das im Wesen der Menschen selbst und in der bürgerlichen Gesellschaft gegründet ist."